Veröffentlichungsdatum: 13.03.2026
Keine Lust zu lesen und lieber berieseln lassen?
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Hallo Community,
Ich bilde mir ein Tim Rottman in seinem P2PDash.com zur Bezeichnung Capital Freedom Index gedrängt zu haben… doch wofür steht dieser Begriff und was hat das mit psychologischen und ökonomischen Betrachtungen zu tun? Darum geht es heute mal und damit in eine etwas andere Richtung als nur über P2P Plattformen selbst!
Stellen wir uns vor ich gehe mit 1.000 € in ein Kasino und setze alles ein und habe zwischendurch 2.000 € an Chips - Juhu! Dann könnte ich jetzt gehen und habe 1.000€ gewonnen, oder? Aber ich bin gierig und spiele weiter - das hätte ich nicht tun sollen, denn ich verliere nun alles und gehe mit 0 € nach Hause.
Jetzt könnte man sagen, ich habe 1.000 € verloren, weil ich ja nur mit 1.000 € hingegangen bin. Aber ich hatte auch schon 2.000 € in der Hand und hätte aufhören können - also habe ich eigentlich sogar 2.000 € verloren, oder? Ich hätte mir aber auch bei dem Stand von 2.000 € meine mitgebrachten 1.000 € auszahlen lassen können, in die Brieftasche stecken, und nur noch mit den gewonnenen 1.000 € weiterspielen können - also quasi ein Spielgeld. Dann hätte ich ja eigentlich nichts verloren, oder?
Ihr kennt das Beispiel bestimmt, denn es lässt sich auf vieles übertragen. Zum Beispiel auf Aktien oder eben auch auf P2P. Und zu diesem Beispiel gibt es eben verschiedene Sichtweisen die zum Teil eben psychologisch in uns verankert sind aber ökonomisch anders betrachtet werden. Auf diese Thematiken gehen wir jetzt im Bezug auf die P2P Welt ein.
Wir schauen erstmal zurück: viele von uns haben vermutlich klein angefangen zu investieren und gerade am Anfang, wo noch keine Gewinne dem Einsatz gegenüberstehen, hat man Angst, sein Geld zu verlieren. Alles ist neu, “Hochrisiko” liest man überall und auch vom Totalausfall ist auf fast jeder Seite im Kleingedruckten und auch bei uns P2P-Macher zu lesen. Und das stimmt ja auch alles - das Risiko besteht! Und dieses Gefühl war gerade am Anfang sehr stark.
Inzwischen habe ich 50.000 € seit meinem Beginn an Rendite erzielt und bin (bis auf kurzfristige Ausnahmen) bei jeder Plattform mit weniger als 30.000 € investiert. Meine Idee war, wenn eine Plattform Pleite/Kreditanbahner geht, dann habe ich ja immer noch mehr Rendite erzielt, als hätte ich nie mit P2P begonnen - also das gleicht es ja irgendwie aus, denn es ist dann nicht mehr mein durch die Arbeit verdientes und angespartes Geld.
Um an diesen Punkt aber zu kommen, dass man mehr Gewinne hat als man auf einer Plattform investiert hat und so dass es auch einfach Sinn macht, muss man als Anfänger stark investieren und das am besten nicht zu breit (man braucht jetzt nicht in jede Plattform und Kreditgeber 100 € zu investieren) aber auch nicht zu schmal diversifiziert und alles auf eine Karte setzen. Das wichtige ist dann zu warten bis sich die Zinsen und Boni akkumulieren. Hat man den Aufbau abgeschlossen, und hat seine Zielgröße auf er Plattform erreicht - bei mir sind das aktuell auf einigen 25.000 €, dann zieht man die Zinsen ab und erhöht so seine Kapitalrückgewinnung - oder auf Englisch den von mir gewünschten Begriff Begriff Capital Freedom Index (welcher im Capital Freedom Donut auf P2P Dash dargestellt wird).
Dieser berechnet sich aus:
(1 - Netto Einzahlung / Gesamtsaldo) x 100
Die Netto Einzahlungen sind die um Auszahlungen bereinigten Einzahlungen und das Gesamtsaldo gibt das Investment und verfügbare Cash wieder und beinhaltet also damit die Einzahlungen und Renditen.
Bei mir lag dieser Ende 2025 bei 26,6% und sagt, dass 26,6% des investierten Geldes aus Zins und Boni Beiträgen stammen. Überschlagen: 150.000 € Netto Einzahlungen stehen dem Gesamtsaldo von 200.000 € gegenüber und somit sind ca. 50.000 € durch Zinsen investiert. Dieser Capital Freedom Index gibt mir damit so die (und da muss ich einhaken und sagen falsche) Sicherheit, dass wenn ich einen Verlust einer Plattform ja mit den Gewinnen insgesamt ausgleichen kann und daher ja gar keinen Verlust im eigentlichen Sinne habe.
Treiben wird as mal weiter und wenn ich jetzt 150.000 € abziehe, dann habe ich noch 50.000 € bei P2P investiert und gehe sozusagen plus minus null raus. Im Kasino-Beispiel wäre dass dann der Punkt mit den 1.000 € zurück in die Brieftasche stecken. Psychologisch nennt sich das der House Money Effect, denn Menschen behandeln Gewinne anders als ihr ursprünglich eingebrachtes, ‘verdientes’ Kapital. Sobald ein Gewinn entstanden ist, wird er mental als „nicht eigenes Geld“ wahrgenommen (und unter Umständen sogar risikofreudiger eingesetzt).
Auf mich übertragen bedeutet das:
n deinem Beispiel:
150.000 € Einsatz = „mein Geld“
200.000 € Gesamtsaldo = 150.000 € eigenes Geld + 50.000 € „Hausgeld“ oder auch “Gewinnspielgeld”
Ein Verlust auf 0 wird psychologisch dann als „Ich habe nur meine 150.000 € verloren“ anstatt „Ich habe 200.000 € verloren“. Genau dieses Framing ist der House-Money-Effekt (auf Deutsch hat sich der englische Begriff durchgesetzt, aber beschreibende, erläuternde Übersetzungen wären: Hausgeld-Effekt oder auch Effekt des Spielgeldes / Effekt des „fremden Geldes“.
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(Stand 13.03.2026)
Möglich macht diesen Effekt die mentale Buchführung (mental accounting), denn Menschen führen gedanklich getrennte „Konten“ für Geld mit unterschiedlicher Herkunft.
Typische mentale Konten sind z.B.:
Ursprüngliches Kapital
Erwirtschaftete Zinsen
„Schon zurückgeholtes Kapital“
„Risiko-Kapital“
Buchhalterisch ist das jedoch alles identisch (!) — Nur eben Psychologisch nicht.
Bezogen auf die Variante „Du hättest bei 2.000 € aussteigen können“ ist das die Betrachtung der entgangenen Alternative als Fachbegriff: der Opportunitätsverlust (Opportunity Cost).
Ökonomisch korrekt wäre:
Verlust = 2.000 € = 2.000 €.
Im Falle von „Ich bin nur mit 1.000 € rein, also habe ich 1.000 € verloren.“ werden aber vergangene, eigentlich nicht mehr relevante Kosten zur Bewertung herangezogen. Das ist die Versunkene-Kosten-Fehlschlusslogik (Sunk Cost Fallacy).
Beziehen wir das nun auf P2P anstelle des Kasino-Beispiels, dann werden “meine” erwirtschaftete Zinsen und Boni häufig als „Rückholung des Kapitals“ interpretiert – obwohl sie bilanziell eindeutig Gewinn sind. Objektiv korrekt wäre es jedoch, jederzeit das gesamte aktuelle Portfoliovolumen als Risikoexposition zu betrachten – unabhängig davon, ob dieses aus Einzahlungen oder aus Zinsen entstanden ist.
Aus ökonomischer Sicht macht die Herkunft des Geldes keinen Unterschied:
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(Stand: 13.03.2025)
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(Stand: 13.03.2025)
Was bedeutet das jetzt für den von mir lieb gewonnenen Capital Freedom Index? Ökonomisch betrachtet hat der Capital Freedom Index keine reale Schutzwirkung! Er verändert weder das Risiko noch die Verlusthöhe eines Portfolios. Dabei ist es völlig irrelevant, ob Verluste das ursprünglich eingezahlte Kapital oder erwirtschaftete Zinsen betreffen - dies sind nur Geldtöpfe in unserem Kopf – am Ende zählt ausschließlich das Endvermögen und wie hoch das Portfolio Vermögen einmal war.
Damit verbleibt der Index lediglich als psychologischer Effekt jedoch kann dieser auch helfen, z.B. um
• emotionale Einstiegshürden abzubauen oder auch
• beim langfristigen Investieren durchzuhalten
Der Capital Freedom Index ist damit kein Risikomaß, sondern ein mentales Navigationsinstrument. Wenn wir ihn als Motivator nutzen, aber uns auch der Illusion bewusst bleiben, kann man dadurch profitieren.
Ich werde ihn somit weiter gerne nutzen und versuchen meine 26,66% auf 30%, auf 35%, auf ... zu erhöhen, aber ab sofort einfach als Meilensteine auf dem Weg und mich darüber freuen, wenn ich die Meilenstein erreiche. Er dient aber nicht mehr als Rechtfertigung bei einem Verlust zu sagen: 30% waren ja eh Gewinne und das entsprechen 50.000 € und daher ist der Verlust ja kein richtiger verlust meines Geldes.
Eure Macher
Aurum & Alex