Veröffentlichungsdatum: 12.06.2026
Alex geht das Risiko Thema an. Habt keine Angst und hört ihm zu: YouTube
Hallo miteinander,
ich hatte es in der Gemengelage der Artikel P2P vs. Börse (Teil 1 und folgend Teil 2) schon geschrieben, daß das Thema Risiko gern bisschen unter die Räder kommt. Es ist irgendwie ein bisschen nebelig an der Stelle und man reißt es überall an, aber widmet sich nirgendwo konzentriert dem Thema. Das ändere ich jetzt und widme dem Thema diesen Beitrag. Aus Größengründen wird sich der Beitrag aber zunächst nur um P2P Risiken kümmern. in einer Fortsetzung wird es dann um die Börsenrisiken und ein wenig Gegenüberstellung gehen. Soweit schon mal als Vorausschau :)
Die typischen Risiken von P2P hatte ich als Auflistung bereits unter Punkt 13 genannt. Als Wiederholung und gleichzeitig Gliederung für diesen Artikel nochmal die 5 Stück als Nennung:
Kreditrisiko,
Klumpen- oder Konzentrationsrisiko vs. Diversifizierung
Plattformrisiko,
Liquiditätsrisiko,
Sowie schließlich ein Durchsetzungsrisiko von Recht.
Diese werde ich folgend jeweils einmal auseinandernehmen und bisschen darstellen. Auch soll es am Rande um Mitigationsmaßnahmen gehen. Dabei immer im Hinterkopf haben, daß dies keine Uni-Vorlesung ist und du ein bisschen Breitenwissen in der Finanzwelt bitte dabei hast. Ergänzend dazu ist der Überblick über dein Portfolio gut, damit du persönlich Assoziationen und Betroffenheit herstellen kannst. Schließlich geht es um die Ableitungen für dein Geld.
Auf gehts - ran an den Speck.
Effekt: damit ist gemeint, daß ein Kreditnehmer seinen Kredit zu irgendeinem Zeitpunkt im Zahlungsplan nicht mehr bezahlt. Warum ist dabei unerheblich. Die Rate kommt einfach nicht zum geplanten Termin und später auch gar nicht mehr.
Anlegersicherheit: Das Rückkauf bzw. Buybackversprechen greift nach 30 Tagen, wie bspw. auf Loanch oder 60 Tagen, wie bspw. auf Income marketplace oder Esketit ein. Ich werde dabei nicht müde zu unterstreichen, daß das keine Garantie ist! Die Plattform bzw. der Kreditanbahner muss es a) tun wollen und b) auch finanziell tun können. Es wird also eingesprungen, obwohl der eigentliche Kreditnehmer nicht zahlt. Der Kreditanbahner bzw. die Plattform kümmert sich dann intern um die Abwicklung mit dem Kreditnehmer. Bei Sicherheiten wird entsprechend gepfändet und dafür ist der LTV spannend. Lande bspw. macht das vollständig intern über eigene beauftragte Anwälte, welche den Prozess mit Gerichtsvollzieher, etc. vorantreiben. Im Falle von Konsumkrediten werden die Portfolios gern an spezialisierte Zahlungseintreiber abgestoßen, damit das gesamte Portfolio immer mal wieder konsolidiert und bereinigt wird.
Investorenverhalten: Als Anleger musst du dich entscheiden, ob du Plattformen mit oder ohne Rückkaufversprechen nutzt. Ich persönlich nutze ausschließlich Plattformen mit Rückkaufversprechen abgesehen von Lande als kleines Experiment. Wenn du dich für “ohne” entscheidest, bist du direkt im Feuer und häufst ausgefallene Kredite an. Ohne Rückkaufversprechen wird häufig als das "echte" P2P angesehen, weil man als Person die das Geld gibt mehr oder minder direkt mit der Person, welche das Geld nimmt interagiert. Die Spitzenzinssätze sind dabei häufig höher, aber eben das Risiko auch. Lande kümmert sich, wie gesagt um die Abwicklung, was aber Plattformen wie bspw. Finbee und Omaraha nicht tun. Das musst du selbst tun, indem du es schlicht aushältst und an einen positiven Ausgang glaubst oder öfters eine Bereinigung über den Zweitmarkt durchführst. Damit meine ich über Abschläge einfach weiter verkaufen. “Ohne Rückkaufversprechen” ist aus meiner Sicht nichts zum Starten, weil dein Geld schneller irgendwo festhängt, wie du denkst und du dich mit Verkauf rumschlagen muss. Die Stärke des Versprechens hängt dabei an der Finanzkraft und Zahlungsmoral des Kreditanbahners bzw. der Plattform, wie eingangs ausgeführt. Daher immer diese Zahlen regelmäßig prüfen!
Für Neukunden gibt es im Juni über unseren Affiliate Link +0,5% Cashback auf eure Investitionen zusätzlich zur gestaffelten Geburtstags-Kampagne von bis zu 5%.
(Stand 12.06.2026)
Effekt: Konzentration auf bestimmte Länder, Kreditklassen oder Plattformen. Das ist im schlimmsten Fall ein “alles auf eine Karte” - Szenario. Also das ganze P2P Portfolio in Konsumkredite über verschiedene Plattformen oder auch gern nur einer Plattform.
Folgend einfach mal einige Szenarien konkret mit Namen und der Konzentration aufgeführt - ich bewerte das hier nicht - es geht in dem Post um das Risiko! Solange man sich bewusst für etwas entscheidet, ist es ok, wenn man konsequenterweise auch bereit ist den Preis zu bezahlen ;-) !:
1. Konsumkredite:
Danarupiah und ITF auf Income marketplace - 2 Kreditanbahner mit 2 Ländern auf einem Marktplatz, wo es keinerlei Überschneidung bei Eigentümern oder Führungskräften gibt.
2. Konsumkredite:
personal loans aus Rumänien und Moldawien auf Nectaro - 2 Kreditanbahner mit 2 Ländern auf einer Plattform, welche letztlich alle an der gleichen Firma hängen, der dyninno Gruppe.
3. Geschäftskredite:
Alles Mojo Kapital auf Esketit - ein Kreditanbahner aus einem Land auf einer Plattform, wo alles bei den gleichen Eigentümern zusammenläuft.
4. Geschäftskredite:
Alles in Jugla und Daugavpils auf Ventus - 2 Kraftwerke mit verschiedenen Runden und Standorten, welche allerdings bei Ventus Energy OÜ zusammenlaufen.
5. Länderkonzentration:
Alles in Konsumkredite in Kasachstan - bspw. Revest mit 2 Kreditanbahnern (GMoney & MoneyPlus) + Mintos 3 Kreditanbahnern (MFO Fintech Finance, Jet Finance, MFO OnlineKazFinance) - 1 Land, mit 5 lokalen Kreditanbahnern auf 2 Marktplätzen.
Anlegersicherheit: davor schützt einen niemand und das kann auch niemand! Es ist ureigenste Investorenpflicht zu diversifizieren und eben nicht alle Eier in einen Korb zu legen, damit es der Risikofuchs möglichst leicht hat. Egal was passiert, eine realistisch vorstellbare Krise wird niemals alle Plattformen oder Länder oder Anlageklassen gleich betreffen. Daher aufpassen, welche Kreditarten, Länder, Kreditanbahner und Plattformen ihr wie kombiniert!
Investorenverhalten: immer hübsch streuen, aber eben so, daß es handhabbar bleibt im Sinne Newsflow, Verwaltungsaufwand, Kontakt-Netzwerk und das du gut schlafen kannst. Das ist ein sehr bewusster und persönlicher Vorgang und nicht pauschal mit der Gießkanne á la 10 Plattformen mit je 10% Portfolio.
1% Cashback auf eure Investitionen in den ersten 30 Tagen (durchschnittliches Investment).
(Stand 12.06.2026)
Effekt:
Finanziell - Insolvenz der Plattform
Großwetterlage: Interessenkonflikte über die Plattform hinaus zu den Kreditanbahnern
Anlegersicherheit:
Finanziell: Insolvenz der Plattform kann man nur absichern, indem man in die Finanzen schaut. Dazu braucht es idealerweise 2 oder 3 Jahre an Bestehen, um dann im 4. Jahr eine Momentaufnahme machen zu können. In P2P würde ich sagen, daß eine Plattform mit 3 Jahresabschlüssen schon etabliert ist und die harten Zeiten vom Start erfolgreich bewältigt wurden. Das wird man vermutlich auch an den Zinsen merken, denn diese sollten sich auf im vergleich zum Beginn auf niedrigem Niveau einpendeln.
Wenn man hier einmal zur Großwetterlage wechselt. Damit meine ich mit wieviel verschiedenen Namen man letztlich in der Verleihkette auf Chefebene zu tun hat. Es geht also darum, ob bspw. ein Plattform oder Marktplatz CEO der Gleiche ist, wie der Kreditanbahner CEO. Bei Loanch als Plattform war bspw. jahrelang der Fingular CEO der Chef, während die Esketit CEOs ebenfalls die gleichzeitig die Chefs der gelisteten Kreditanbahner Mojo und Spanda waren. Daher verweise ich immer gern auf linkedIn als Quercheck, um die Vergangenheit als Indiz zu haben. Indiz an der Stelle, weil grundsätzlich jeder alles eintragen kann! Damit hat jeder die Freiheit etwas wegzulassen oder hinzu zu dichten, aber es gibt einem öfters Anhaltspunkte. Klar daran kann man keine enge oder eher lose Beziehung erkennen oder wer wirklich den Ton angibt. der Punkt lautet hier einfach Interessenkonflikt. Ein Kreditanbahner will schnell und zu vergleichsweise günstigen Bedingungen leihen. Eine Plattform hängt am Tropf der Kreditanbahner und verdient typisscherweise für das Listen von Krediten. Damit läuft das eigentlich entgegen der günstigen Bedingungen, weil es eine Hand mehr in der Kette ist. Wenn nun die Namen überall gleich sind, wird es undurchsichtig und vermischt alles. Dadurch verwäscht die Klarheit fürs Risiko und kriegt "einen" Stallgeruch und Abhängigkeit. Bei einem Marktplatz ist durch die Vielfältigkeit der Kreditanbahner eine gewisse Unabhängigkeit sichergestellt, weil man seine eigene Position hat und die listenden Kreditanbahner eine eigene Position bilden. Das ist aber gar nicht so einfach, weil bspw. auch etablierte Plattformen, obwohl sie über Marktplatz sprechen, doch nicht vom Rumpfkreditanbahner wegkommen. Ich denke da an bspw. Afranga mit Stikcredit, Lendermarket mit Creditstar oder Swaper mit Wandoo. Insofern bleibt es doch eher Deckmäntelchen, weil alle 3 genannten durch ein Wegbrechen der Ankerkreditanbahner in Existenznot geraten können, egal wer CEO ist. Der Weg aus der Abhängigkeit einer Plattform zum Marktplatz ist lang und steinig, wie man an Hand von Income Marketplace sehr schön sehen kann ohne das es hier um Macht geht.
Investorenverhalten: wo ist nun das kleinere Risiko? das kann letztlich niemand beantworten und das musst du für dich entscheiden. ich persönlich schaue stets mehr auf die Kreditanbahner, wie auf die Plattformen als Mittelsmänner. Mir persönlich ist es nicht weiter wichtig, ob die CEO Namen die gleichen sind oder eben verschiedene. Mir persönlich ist es auch egal, ob ich auf abhängigen Plattformen oder Marktplätzen investiere. Leiten tun mich die Finanzen der Kreditanbahner und der Ruf in der Community. Zudem mache ich gern Exkurs in die Handelsregister des jeweiligen Landes der Registrierung:
Das Land findet ihr im Impressum der jeweiligen homepages. Wenn ihr kein Impressum findet oder es versteckt ist, dann würde ich da schon mal einen großen Bogen um das Invest machen. Aus meiner Sicht muss das auf der Startseite jeweils ganz unten direkt stehen oder eine Unterseite mit Impressum geben!
Effekt: du möchtest deine investitionen auf dem vorhandenen Zweitmarkt einer Plattform bzw. Marktplatz verkaufen, aber es kauft einfach niemand. Es gibt also keine Nachfrage auf deine Werte im Sekundärmarkt.
Anlegersicherheit: da hilft letztlich nur warten und darauf hoffen, daß das nur eine kurze Phase ist. An der Stelle hilft es natürlich, wenn man gute Kredite im Angebot hat, wie bspw. 14 %, 24 Monate auf Swaper, 18 % oder 19,2 % Projekte auf Ventus, oder 14 % Mojo auf Esketit. Das Funktionieren der Zweitmärkte hängt an der Stelle auch an der Möglichkeit Rabatte oder Aufschläge zu geben, um bei echter Not entsprechende Nachlässe zu gewähren. Statistikseiten bzw. Quartalszahlen über die Geschäftsentwicklung unterstützen maßgeblich, denn dort können Anleger sehen, ob das Geschäft insgesamt eher brummt oder vor sich hin wurschtelt. Wenn es läuft, will jeder gern dabei sein, was gut für den Zweitmarkt ist. In schlechten Phasen wollen Investoren eher raus und damit wird ein Zweitmarkt überschwemmt. Gleichzeitig ist die Zahl der aktiven Anleger ein guter Indikator, wenn ausgewiesen, weil dadurch Nachfrage überhaupt erst entsteht.
Investorenverhalten: Augen auf bei der Plattformwahl. Bei neuen Plattformen eher kürzere Laufzeiten nutzen, nicht von hohen Zinsen leiten lassen bzw. überlegen: was passiert, wenn der sm nicht funktioniert? Also wieviel Geld kann weggesperrt bleiben. Zurück zu: investiere nur Geld, was du recht sicher nicht benötigst!
5 € Anmeldebonus bei Bondora Go & Grow über unseren *Affiliate Link.
(Stand: 12.06.2026)
Monefit Smartsaver gibt einen 0,25 % Willkommensbonus nach 90 Tagen.
(Stand: 12.06.2026)
Effekt: Es geht etwas schief, denn wir Anleger haben bei der Recherche etwas übersehen. Es hängt also Geld irgendwo auf dem Globus fest. Somit gestaltet sich die Forderungseintreibung als schwierig, da Rechtslage unklar wegen Sprache, Auslegung durch Kultur und Rechtssystem ohnehin anders. Ggf. ignoriert die Gegenseite auch einfach den Vertrag. Es dauert also und kostet Geld für Anwälte.
Anlegersicherheit: Da sind wir recht allein unterwegs als Investoren. Da können wir uns nur in Gemeinschaften organisieren und eigenständig Anwälte hinzuziehen. Das hängt bei den Preisen pro Std. in Deutschland logischerweise an den investierten Summen im Sinne von “Lohnt sich das wirklich für Investoren und auch für Anwälte?”
Investorenverhalten: Meidet einfach windige, kleine, neue Kreditanbahner, Plattformen und Marktplätze aus exotischen Ländern. Informiert euch über das image vor der Investition und bleibt entsprechend dran. Meine Ausfälle kommen alle von bondster und ich hätte es wissen können, wenn ich mich informiert hätte, denke ich heute. Der Ruf der Anbahner war nicht makellos in der Community! Soweit ich weiß sind alle Firmen hinter meinen informellen Ausfälle noch aktiv und zahlen aus unbekannten Gründen einfach nicht. Deren homepages sind aktiv, es wird bei linkedIn gepostet, aber es fließt kein Geld trotz Vertrag.
Die Zahlungsmoral kann übrigens auch bei kleinen, windigen, neuen Firmen gut sein, aber wir wissen es eben nicht, was genau das Risiko ist. Insofern vertraut auf die Schwarmintelligenz in Telegram und informier euch parallel. Seid nicht schüchtern, denn es wird geholfen. Unser Telegram ist gut sortiert und viele wissende Menschen sind dort. Aus meiner Sicht ist das Risiko in der Praxis krass unterschätzt!
Das soll es mal im Schweinsgalopp durch das Thema P2P Risiken gewesen sein. Ich hoffe, daß da etwas für alte Hasen, genauso wie für Junge dabei gewesen ist. Was lernen wir daraus? Aus meiner Sicht, daß die Risiken eigentlich nicht greifbar sind, weil es oft um Bauchgefühl und Wahrnehmung geht. Die Risiken verstärken sich teilweise auch gegenseitig, denn jedes hat eine Eintrittswahrscheinlichkeit und dann eine Schadenshöhe. Alles habt ihr dabei aber nicht in der Hand, weil Wissen, Erfahrung, aber auch timing eine Rolle spielen. Wissen kann man gut aus meiner Sicht an den Anlegereignungsbögen ausprobieren bei regulierten Plattformen. Wie schnell und vor allem sicher kommt man da durch? Wann habt ihr das letzte Mal die Finanzen eurer Plattformen angeschaut? Könnt ihr euch an einen Trend beim Gewinn erinnern? Oder ist der letzte Quartalsbericht an euch vorbeigeflogen?
Um P2P muss man sich kümmern und das braucht Zeit. Setzt euch einfach mal hin und überlegt, wie gut ihr wirklich informiert seid oder was euch für fragen schon länger beschäftigen, wo ihr euch vielleicht noch nicht um eine Antwort gekümmert habt. Denkt immer dran: Euer Geld, eure Verantwortung.
In diesem Sinne viel Erfolg beim Grübeln und Reflektieren - Teil 2 kommt!
In diesem Sinne viel Spaß beim Schmökern oder Hören und bis bald!
Eure Macher
Aurum & Alex