Veröffentlichungsdatum: 29.05.2026
Hallo miteinander,
hiermit soll es nun weitergehen mit der Frage, was Alex an P2P besser gefällt im Vergleich zur Börse.
Im ersten Beitrag sind wir sanft ins Thema eingeschwungen, haben beide Anlageklassen grob definiert und schließlich verschiedene Aspekte gegenüber gestellt. In Teil 1 waren es 8 an der Zahl und heute wird es weitere 5 geben.
Daher gibt es hiermit keine lange Vorrede, sondern es geht weiter:
Es geht hier einfach darum, was wir eigentlich kaufen, wenn wir kaufen.
Auswirkungen Börse: Egal, wie sich der Kurs entwickelt - man kriegt bei Aktien oder fonds echte Stücke bzw. Anteile von etwas Realem. Das ist halbwegs anfassbar und berechtigt bei Aktien bspw. zu Stimmabgabe, Teilnahme an der Hauptversammlung, etc. - das Gewicht der Stimme hängt an der Menge, welche man besitzt. Damit hat man einen Wert, welcher dann natürlich über Finanzen, Prognosen und auch bisschen Glauben der Investoren eben mehr oder weniger wird. Je komplizierter das Konstrukt des Produktes wird, desto abstrakter und unkonkreter wird es. Was ist der Wert einer Anleihe? eines Optionsscheines?
Auswirkungen P2P: Wir haben nur Verträge, also Papier oder PDF. Etwas genauer Gesagt sind es im Maschinenraum: notes, ABS (asset backed securities), Kreditlinien, Kredite. Wer sich jetzt wundert, gern nachlesen! Jedenfalls sind es Forderungen von uns Investoren an andere Personen bzw. Unternehmen. Wir brauchen also mehr Analyse, weil weniger konkret, typischerweise auch weniger bewährt da jünger. Damit letztlich Überzeugung und Zuversicht, daß das ein faires Geschäft ist. Dadurch ergibt sich, daß wir ein überschaubares Risiko für verschlafene Trends, unterschätzte Wettbewerber, Disruption von Geschäftsmodellen, etc. haben, weil Geld stets gebraucht wird und darüber hinaus der globale Kreditmarkt wächst. Es wird suggeriert, daß jeder alles haben kann und bezahlen kein Problem ist. Daher ein Lob auf Konsumkredite, Überbrückungskredite, Zahlungstagkredite, BNPL (buy now, pay later) und Geschäftskredite an Firmen. Die große Kunst der Unternehmen ist die zahlungsfähigen Kunden herauszufiltern.
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(Stand 29.05.2026)
Am Ende ist Zeit genau das, was wir wirklich nur begrenzt haben, denn es gibt nur ein Leben. Insofern ist stets das Ziel pro Zeiteinheit Tag, Woche, Monat, … entsprechend mehr draus machen.
Auswirkungen Börse: Wenn ich etwas kaufe, dann hab ich einen Kaufzeitpunkt mit Kurs X, nach weiterer Zeit einen Kurs Y. Idealerweise ist der Zeitverlauf knapp und der Kurs entsprechend in die Richtung gewandelt, welche mir als Anleger vorschwebt (long, short, …). Über die Unsicherheit dieser Entwicklung hatte ich bereits geschrieben. Letztlich abgebunden wird das mit dem statement: "being in the market, is better than timing the market". Einfach dabei sein sozusagen, wenn gleich sich durch Extremereignisse gute Kaufchancen bieten. Daher nie alles investieren.
Auswirkungen P2P: wir haben keine Verlaufsentwicklung, weil es keinen Kurs gibt. Durch den Vertrag haben wir von Beginn an Klarheit über Anfang, Ende, Zinssatz, Zinszahlung, Tilgung. Dabei ist es egal, ob die Zinsen im Markt steigen oder fallen - wir haben den Vertrag, wo die Parameter festgeschrieben sind. An sich besteht also eine hohe Vorhersagbarkeit, wo wir was erhalten haben sollten. Wichtig ist der Zahlungsplan, denn darüber sehen wir, ob alle Parameter eingehalten werden. Wenn dieser an irgendeinem Zeitpunkt gerissen wird, gibt es oft ein Rückkaufversprechen für viele Plattformen und Kreditarten. Ein Versprechen ist in P2P kein Versprechen oder Garantie und habe ich in Neuling 2 erklärt. Das Versprechen gelingt auch nicht, wenn ich physische Wertgegenstände habe. Da helfen mir bspw. 30 oder 60 Tage nicht, weil der Gerichtsvollzieher in keinem Land auf uns Investoren wartet. Echte Werte, wie Traktoren, Gebäude, etc. zu verwerten kostet viel Zeit. Darüberhinaus wehren sich betroffene meist hartnäckig. Das ist tragisch im Einzelfall, weil es Schicksale sozusagen besiegelt. Aus Anlegersicht sind diese Pfändungen aber nur ein geringes Problem, weil man im Prinzip nur wartet. Die Plattformen erledigen das für uns und manchmal werden diese Wartezeiten sogar noch verzinst, wie bspw. auf crowdpear mit 5% extra zum regulären Zinssatz. Wir werden nicht behelligt mit Formularen, Akten, Vorladungen, Hauptversammlungen, Wahlscheine, etc.
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(Stand 29.05.2026)
für Kreditnehmer und Kreditgeber. Nehmen wir einfach mal wieder das Paradebeispiel Ventus.Energy. Im September 24 im Prinzip bei 0 gestartet und mittlerweile 95 Mio. € von uns Privatanlegern eingesammelt. Auf Grund des Namens kann man sich ausrechnen, daß sich Ventus mit den Facetten von Energie beschäftigt. Es geht also darum Energieinfrastruktur selbst zu entwickeln und aufzubauen oder zu kaufen, um diese dann entsprechend eigenständig zu betreiben. Im Kontext Ukraine-Krieg und der damit einher gehenden physischen Trennung von Gas-Pipelines und Stromkabeln im Baltikum, sowie dem Schock über die Abhängigkeit sicherlich auch ein guter Zeitpunkt gewesen, denn in 1,5 Jahren Existenz haben sie mittlerweile über 200 MW an Energieleistung im Portfolio. Das Wachstum geht an der Stelle weiter, wie man dem 2025-er Recap Dok entnehmen kann, denn etliche eigene Einrichtungen sollen in 2026 produktiv gehen. Sicherlich drücken mittlerweile die Zinskosten, aber man sieht an dem Beispiel sehr schön, wie man mit hohen Zinsen und einher gehender Risikoakzeptanz der Anleger ein heftiges Wachstum hinlegen kann. Natürlich geht Stabilisierung bzw. Etablierung einer Plattform mit sinkenden Zinsen für Anleger einher, aber dafür sollte idealerweise die Sicherheit der Investition steigen. Insofern ist das schon ok aus meiner Sicht, denn Kapitalverluste sollte man stets vermeiden! Seit 08.05. sehen wir dann auch die 15 % für neue Projekte und Runden. Wenn die Refinanzierungen klappen, geht es sicher weiter abwärts mit dem Zins.
Nachträglicher HINWEIS: Ventus.energy wurde von der BaFin abgemahnt und wurde aufgefordert unverzüglich Deutsche Investoren rückabzuwickeln! Wir möchten daher deutlich ausdrücken, dass dieser nach dem 18.5. veröffentlichte Bericht keine Werbung für Ventus darstellt.
Wenn wir neben dem Einzelfall einer gut getimten Story dann nochmal in der Breite schauen, was in den letzten 6 Monaten, also ab Dezember 25 an P2P Plattformen an den Start gegangen sind, dann verstärkt es vielleicht nochmal den Eindruck über die Dynamik, welche aktuell im P2P Markt herrscht:
TDFunding (Gamingbranche und Lizenzen aus dem vereinigten Königkreich heraus),
Revest (Konsumkredite in Kasachstan),
MypeakFinance (Logistik und Tourismus mit Fokus auf Wintersport in den USA),
FFForest (Waldaufbau und -nachhaltige Bewirtschaftung / Aufwertung im Baltikum).
Wir haben also in 6 Monaten 4 neue Plattformen und es war noch Weihnachten und Jahreswechsel dazwischen. Es ist also scheinbar nicht so schwer aktuell mit einer glaubhaften Produktidee, welche nicht notwendigerweise total neu sein muss (Bspw. Revest mit Konsumkrediten), eine P2P - Plattform ans Laufen zu bringen. In P2P wird gern funktional reduziert gestartet und dann entsprechend im Verlauf nachgeliefert. So ist man kundenorientiert unterwegs, weil man Bedarfe konkret bedienen kann und ist schnell bereit zu starten. Gern nachgeliefert werden bspw. Auto-Invest, Regulierung und Zweitmarkt. Gern nochmal in unserer Neulingsserie schauen, um einen Überblick zu bekommen und die Facetten zu erfahren. Als P2P Nutzer einfach einen Account auf den Plattformen erstellen, verifizieren, Geld überweisen und dann kann es schon losgehen. Auf einer regulierten Plattform muss man sich noch durch den Anlegereignungsbogen kämpfen, was einfach schauen soll, ob man zumindest in Grundzügen weiß, was man tut.
Im Sinne der Gegenüberstellung ist es als Anleger auch total leicht in die Börse einzusteigen. Einfach einen Account bei Trade Republic oder besagten Neo-Brokern machen, Geld überweisen und schon kann man aus den angebotenen Vermögensklassen beliebig shoppen gehen. Als Firma, welche handelbar sein möchte, ist das nicht so leicht, weil eben besagte nationale Börsen- und Finanzaufsicht entsprechend freigeben muss. Eine Idee bzw. Überblick erlangt man hier, wie so ein Börsengang ablaufen kann.
Der Titel sagt es schon. Ich bin ein Fan, weil es eben, seit ich dabei bin, reibungslos funktioniert. Daher an der Stelle auch wieder der mahnende Finger: mal schauen, wie lang. P2P ist risikoreich! Über die Zeit habe ich also definitiv konzentriert und schlafe trotzdem gut, weil ich eben keine Angst habe, daß ich wieder etwas verpennt habe und bisher sind alle P2P Plattformen in der Regel morgens erreichbar.
Jedenfalls überwiegt meine bisher erreichte Rendite in P2P pro Jahr in % und absolut die Resultate an der Börse um einiges. Ich habe leider kein Tool für meine Fonds und Aktien analog P2P Dash. Mein P2P Dash Profil binde ich hier nochmal ein. Meine erste selbst gekaufte Aktie war 2009, wenn ich das noch richtig weiß. Etliche Aktien, fonds, etc. später komme ich bei weitem nicht auf die Renditezahlen trotz der langen Laufzeiten bisher (ja, inkl. Dividenden und automatischer Wiederanlage bspw. bei fonds). Das kann aber einfach an der Produktauswahl, den Einstiegszeitpunkten oder auch an der Volumenentwicklung in den Klassen über Zeit liegen.
Für mich persönlich ist die P2P Branche sehr viel klarer und aufgeräumter, wie die Börse, denn es gibt nur "Kaufen" und "Verkaufen". Zeitpunkte sind grundsätzlich nicht wichtig, wenngleich natürlich es attraktive Kampagnen gibt oder Zinsen auf Plattformen, welche sich emanzipieren, eher sinken wie steigen. Im Sinne Timing nochmal: Ich hatte bspw. in Corona nichts gekauft und das ist natürlich rückwirkend ein verpasster Renditebooster für die Börse gewesen. Es heißt zwar "being the market is better, than timing the market", aber das wäre im Rückblick eine gute Gelegenheit gewesen. Daher hatte ich zum Start des Ukrainekrieges einen Bestand an ETF zugelegt, welcher durch die besonderen Umstände natürlich auch außergewöhnlich gut läuft. Da ich nur einige wenige Tausend € investiert hatte, sind die Gewinne in der Realität überschaubar, aber die Rendite natürlich ein Traum. Ich hatte mehrere Tranchen gekauft und in dem Fall hat das "timing the market" funktioniert, da ich nicht explizit gewartet hatte, aber eben die Gelegenheit beim Schopf gepackt habe. Dies war zumindest so bis das aktuelle Iran-USA-Israel Problem entstanden ist. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann lag ich zu den Hochzeiten vor dem benannten Problem bei 75% angezeigter Performance, was auf die 3,5 Jahre knapp 22 % Rendite macht. Ich wollte jetzt nicht die verschiedenen Kaufkurse aufschreiben, mit Mengen versehen, Durchschnitte pro Kauf und total in Excel berechnen ;-). Als Produkte liegt da einfach nur ein MSCI World und ein MSCI Europe drin. Wie gesagt: besondere Umstände und keine regelmäßige Entwicklung, wenn man es mit einem Sparplan vergleicht. In P2P gibt es diese heftigen Ausschläge im Prinzip nicht. Es läuft gemäß Vertrag in der Breite, wenn es läuft.
Wenn ihr dann jetzt nochmal auf den P2P Dash link klickt, seht ihr die Differenz und ich würde meinen, daß ich sicher kein für P2P risikoarmes Portfolio habe. Rund 14 % performance mit Boni und 12 % ohne - sicherlich nicht schlecht, aber dafür muss ich eben auch was tun. Das ist auch gleich eine gute Überleitung zum letzten Punkt meiner Auflistung.
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Erst der Cliffhanger und dann das: Das Risiko klammere ich an der Stelle aus, weil ich mittlerweile schon wieder bei ganz schön viel Text angekommen bin. Rendite (12.) korreliert jedenfalls gern mit Risiko, weshalb ich die beiden Punkte am Ende genannt habe. Risiko ist beim Investieren aber ein sehr zentrales Thema, um Verluste zu vermeiden. Gerade bei P2P, wo es einige dunkle Kapitel in Richtung Betrug und Scam gibt. Ich hatte in Teil 1 in dem Kontext bereits Grupeer, Kuetztal, Envestio genannt und die Liste ist länger. Dabei sind es auch nur Namen - wirklich spannend sind ja die Millionen von Anlegergeldern, welche im Prinzip entwendet wurden.
An sich gibt es in P2P einen Blumenstrauß an Risiken und ich möchte hier nur mal die Überschriften dazu nennen:
Kreditrisiko,
Klumpen- oder Konzentrationsrisiko,
Plattformrisiko,
Liquiditätsrisiko,
sowie ein Durchsetzungsrisiko von Recht.
Wenn ich das in meinem Kopf so durchkrame, dann wird das sicher auch wieder etwas Großes werden. Arghh... Jedenfalls sind wir meines Wissens nach bisher nur an dem Thema vorbeigefahren, statt mal richtig anzuhalten. Insofern sollte ich dem wohl mal dediziert Aufmerksamkeit widmen, denn hier und da ist es in diesem Artikel drin, wie auch in den Neulingsposts bzw. pro Plattformeinstieg angerissen. Da aber so zentral, will ich es bei der Auflistung belassen.
Daher:
Und wieder ist es so geworden: ich tippe gern und daher zuviel.
Na jedenfalls beim Verfassen dachte ich mir mal wieder, daß ich froh bin P2P gefunden zu haben, wenn nur das Risiko nicht wäre. Das ist einfach nicht greifbar, weil es eben keine Angebots- und Nachfragebasis gibt. Zumindest ich kann es nicht einschätzen, wie haarscharf die Unternehmen am Konkurs vorbeifahren auch wenn ich die Zahlen in Balken darstelle oder in Zellen separat nebeneinander schreibe. Klar, mehrjährig negativ mit 6-stelligem Verlust kann kein gutes Zeichen sein und dennoch: es bleibt abstrakt. Zahlungsmoral und Überzeugung sind auch nicht greifbar.
Insofern lobe ich mir die Flexibilität im Produktdesign der verschiedenen Plattformen, genauso wie der grundsätzlich einfache Aufbau von P2P - einfach toll. Ich bleibe komplett dabei und werde mein Portfolio weiter wachsen lassen ohne hoffentlich neue Plattformen dazu nehmen zu müssen (haha ...). Den aktuell einzigen Grund P2P zu reduzieren, wäre ein echtes asset, wie Haus oder Immobilie. Ansonsten bleibt es spannend zu sehen, was benannter Konflikt mit unseren Zinsen macht.
Wie auch schon das letzte Mal geschrieben: die Zukunft wird uns lehren, ob wir richtig lagen. Das ist nicht zuverlässig oder vorhersagbar, aber so ist das in der P2P Branche. Bisher halten alle meine Plattformen / Kreditanbahner ihr buyback ein. Einzige Ausnahme: Bondster mit mentalem Lehrgeld von noch um die 1.540 €. Zu meinem Erstaunen hat Crediface im Mai 26 knapp 30% des geschuldeten Betrages bezahlt. Das ist jetzt mal mein aktuelles Bauchgefühl über mein Portfolio.
Schauen wir mal, wo wir mit dem nächste große Philosophie bzw. Abwägepost zum Thema "Risiko" landen werden. Vielleicht sollte ich den nur auf P2P-Risiken eingrenzen :). Mal schauen ... ihr werdet es sehen!
In diesem sinne viel spaß beim Schmökern oder Hören und bis bald!
Eure Macher
Aurum & Alex